Greenpeace hat das Vorhandensein von Asbest in Proben aus Sopron bestätigt – teilte die Organisation am Freitag der ungarischen Nachrichtenagentur MTI mit.
Laut der Mitteilung führten Greenpeace-Mitarbeiter am 22. April Untersuchungen auf einem Parkplatz in Sopron durch, wo es eindeutig schien, dass das Gebiet mit Asbest kontaminiert ist. Deshalb forderten sie das Regierungsamt des Komitats Győr-Moson-Sopron auf, Untersuchungen und Sanierungsmaßnahmen einzuleiten.
Wie sie schrieben, erklärte die Stadtverwaltung von Sopron in den sozialen Medien, dass sich ihrer Kenntnis nach an dem angegebenen Ort kein Gestein aus einem österreichischen Bergwerk befinde. „Der Bürgermeister erklärte in einem Video, dass ihren Daten zufolge in Sopron keine öffentlichen Flächen betroffen seien, räumte jedoch ein, dass ihnen keine Informationen über private Bauprojekte vorliegen“, hieß es.
Nach Informationen, die Greenpeace erreicht haben, könnten viele private Bauprojekte von der Asbestverschmutzung betroffen sein. Deshalb entschied sich die Organisation, an zwei Orten Untersuchungen durchzuführen. In beiden Fällen bestätigte sich der Verdacht einer Kontamination.
Die Messergebnisse wird Greenpeace den Behörden sowie der Stadtverwaltung von Sopron übermitteln und um entsprechende Maßnahmen bitten.
Wie weiter ausgeführt wurde, handelt es sich bei dem Standort an der Pozsonyi-Straße um eine stark befahrene Kreuzung mit erheblichem Durchgangsverkehr. Dort befindet sich ein Wohnmobilhändler, in dessen Nähe sich nur wenige hundert Meter entfernt Wohnhäuser und ein Friedhof befinden.
Der andere Standort ist eine Straße im Wohnpark Egeredi-domb, wo derzeit ein Mehrfamilienhaus gebaut wird. Der asbesthaltige Steinschotter aus der privaten Baustelle gelangte auf die nicht asphaltierte Straße.
In der Mitteilung wurde außerdem darauf hingewiesen, dass das Regierungsamt des Komitats Vas den von Asbestverschmutzung betroffenen Parkplatz in Bozsok untersucht und die früheren Messungen von Greenpeace bestätigt habe. Daher leitete die Umweltbehörde ein Verwaltungsverfahren ein.
Wie weiter erklärt wurde, deuten die vorläufigen Daten darauf hin, dass die Asbestverschmutzung in den westungarischen Gemeinden wesentlich umfangreicher ist, als bisher angenommen wurde. Greenpeace Ungarn wird deshalb Schreiben an die zuständigen Gesundheits- und Umweltminister richten und vorschlagen, unmittelbar nach ihrem Amtsantritt außerordentliche Maßnahmen einzuleiten.
Nach Ansicht von Greenpeace ist die österreichische Verantwortung eindeutig, da Beweise vorliegen, dass die österreichischen Behörden seit Jahren von der Asbestbelastung der Produkte aus den betroffenen Bergwerken wussten. Daher müsse die Regierung künftig für geeignete Entschädigungsmechanismen sorgen, die die Kosten für Sanierung und weitere Schutzmaßnahmen abdecken.
Die von Greenpeace Österreich aufgedeckten Beweise wird die Organisation allen zuständigen Stellen zukommen lassen.
Laut Greenpeace hat der Schutz der menschlichen Gesundheit höchste Priorität. Deshalb müsse zu den sofortigen Maßnahmen neben der raschen Kartierung der Verschmutzung auch die regelmäßige intensive Bewässerung der betroffenen Gebiete sowie – soweit möglich – deren Sperrung gehören. Vorrangiges Ziel sei anschließend die schnellstmögliche Entfernung der asbesthaltigen Gesteine. Falls dies kurzfristig nicht möglich sei, seien eine vorübergehende Abdeckung sowie eine sichere Isolierung vor dem Transport notwendig.
In der Mitteilung wurde außerdem Simon Gergely, Chemikalienexperte von Greenpeace, zitiert. Er schlug vor, dass die Leiter der betroffenen Ministerien, Fachbehörden und Institutionen, die Verantwortlichen der betroffenen Gemeinden, lokale Parlamentsabgeordnete sowie Fachleute von Unternehmen für Asbestsanierung und -untersuchung ein Koordinierungsforum einrichten sollten, um über kurz- und langfristige Lösungen der Situation zu entscheiden.
Zur Lösung des Problems bietet Greenpeace die fachliche Expertise und Erfahrung seiner ungarischen und österreichischen Kollegen an, fügte der Experte hinzu.