Die Zeit verwischt die Spuren der Vergangenheit, und wenn wir heute zwischen modernen oder gar einhundert- bis zweihundert Jahre alten Gebäuden in den Siedlungen umhergehen, nehmen wir sie oft nicht wahr oder empfinden sie als fremd und deplatziert. Wir verstehen die einzelnen Relikte der Vergangenheit nicht, die kaum noch Spuren ihrer einstigen Pracht bewahren.
Die Einwohner von Székesfehérvár wissen das und sind stolz darauf, doch für einen Besucher der Stadt mag es fast unglaublich erscheinen, dass die Ruinen am östlichen Rand des Hauptplatzes, neben dem Bischofssitz, die Überreste der bedeutendsten Kirche des mittelalterlichen Ungarns bergen: die Königliche Propstkirche Mariä.
Zwischen dem 1. November und dem 31. März kann die Gedenkstätte nur nach vorheriger Anmeldung besucht werden!
Geschichte
Der Gründer der Kirche war der Staatsgründer, der heilige Stephan selbst, der hier auch begraben liegt. Die dreischiffige Basilika, die im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert, umgebaut und renoviert wurde, war der heiligste Ort des mittelalterlichen ungarischen Staates.
Nach dem Tod des heiligen Stephan (1038) bis 1543, als die Stadt in türkische Hände fiel, wurden alle ungarischen Könige innerhalb dieser Mauern gekrönt. Neben dem Gründer und seinem Sohn, Fürst Imre, fanden vierzehn ungarische Könige, zahlreiche Mitglieder der königlichen Familie und viele Würdenträger dank besonderer königlicher Gunst in dieser Basilika ihre letzte Ruhestätte.
Neben der Krone wurden hier auch die Staatskasse, Archive und Würdenabzeichen aufbewahrt. Während der Besatzungszeit diente die Basilika als Pulvermagazin und explodierte daher 1601 bei der Belagerung der Stadt. Bei Ausgrabungen Ende des 19. Jahrhunderts wurden etwa drei Viertel der Basilika freigelegt.








8000 Székesfehérvár, Koronázó tér 3, Ungarn